Der Begriff AI Act (deutsch: KI-Gesetz) bezeichnet die Verordnung (EU) 2024/1689, das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI).
Kernbedeutung und Ziele
Das Gesetz schafft einen einheitlichen Rechtsrahmen für die Entwicklung und den Einsatz von KI-Systemen in der Europäischen Union. Die Hauptziele sind:
- Sicherheit & Grundrechte: Schutz der Gesundheit, Sicherheit und Grundrechte der Bürger vor den Risiken der KI.
- Vertrauen: Förderung von “vertrauenswürdiger KI”, um die Akzeptanz und Innovation in Europa zu stärken.
- Rechtssicherheit: Klare Regeln für Unternehmen, um den Wirtschaftsraum EU wettbewerbsfähig zu halten.
Der risikobasierte Ansatz
Der AI Act teilt KI-Systeme in vier Risikostufen ein, aus denen unterschiedliche Pflichten folgen:
- Inakzeptables Risiko: Systeme, die als Bedrohung für Menschen gelten (z.B. Social Scoring oder manipulative Verhaltensbeeinflussung), sind verboten.
- Hohes Risiko: Anwendungen in kritischen Bereichen (z.B. Bildung, Personalwesen, Medizin) dürfen genutzt werden, müssen aber strenge Qualitäts- und Transparenzanforderungen erfüllen.
- Begrenztes Risiko: Systeme wie Chatbots müssen Transparenzpflichten erfüllen (Nutzer müssen wissen, dass sie mit einer KI interagieren).
- Minimales Risiko: Die meisten Anwendungen (z.B. Spam-Filter) bleiben weitgehend unreguliert.
Zeitplan und Status 2026
Das Gesetz trat am 1. August 2024 in Kraft und wird schrittweise wirksam:
- Seit Februar 2025: Verbote für KI mit inakzeptablem Risiko gelten bereits.
- Ab August 2026: Die meisten Bestimmungen, insbesondere für Hochrisiko-Systeme, werden im Laufe dieses Jahres voll anwendbar.
