Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit zur selbstbestimmten Gestaltung und Nutzung digitaler Systeme sowie die Kontrolle über eigene Daten. Der Begriff hat sich als strategische IT-Entscheidungsgrundlage etabliert, um Abhängigkeiten von außereuropäischen Technologieanbietern zu reduzieren.
Das Konzept wird auf drei Ebenen betrachtet:
- Individuell: Die Fähigkeit jedes Einzelnen, digitale Technologien sicher und kompetent zu bewerten und einzusetzen.
- Wirtschaftlich: Unternehmen streben danach, die Kontrolle über ihre Infrastruktur, Software und Innovationen zu behalten, ohne von proprietären Lösungen globaler Anbieter abhängig zu sein.
- Staatlich/Politisch: Die EU und die Bundesregierung zielen darauf ab, durch eigene digitale Ökosysteme (z.B. Open-Source-Lösungen wie im ZenDiS und strikte Regulierung wie die DSGVO oder den AI Act handlungsfähig zu bleiben.
Kernaspekte der digitalen Souveränität:
- Datenhoheit: Die Befugnis, selbst über Erhebung, Speicherung und Verarbeitung von Daten zu entscheiden.
- Resilienz & Sicherheit: Schutz der digitalen Infrastruktur vor Ausfällen und Spionage.
- Interoperabilität: Nutzung offener Standards und Schnittstellen, um den Wechsel zwischen Diensten zu ermöglichen (Vermeidung von Lock-in-Effekten).
- Technologische Unabhängigkeit: Förderung von “KI Made in Europe” und eigener Hardware-Entwicklung, um strukturelle Abhängigkeiten zu verringern.
