« Back to Glossary Index

Unter Schatten-IT (engl. Shadow IT) versteht man den Einsatz von Informationstechnologie – also Hard- oder Software sowie Cloud-Diensten – in einem Unternehmen ohne die explizite Genehmigung oder Kenntnis der zentralen IT-Abteilung.

Kernaspekte der Schatten-IT

  • Entstehung: Meist geschieht dies nicht in böser Absicht, sondern weil Mitarbeiter nach effizienteren Lösungen suchen, wenn offizielle Prozesse als zu langsam oder unflexibel wahrgenommen werden.
  • Formen:
    • Software & Cloud: Nutzung von privatem Cloud-Speicher (z.B. Dropbox, Google Drive), Messengern (WhatsApp für Dienstliches) oder Projektmanagement-Tools.
    • Hardware: Verwendung privater Geräte am Arbeitsplatz (BYOD – Bring Your Own Device), die nicht im Inventar der IT auftauchen.
    • Schatten-KI: Neu im Fokus ist die unkontrollierte Nutzung von privater GenAI (z.B. ChatGPT-Accounts), bei der sensible Firmendaten ohne Schutzmaßnahmen in KI-Modelle fließen.

Risiken für Unternehmen

Die fehlende Transparenz führt zu massiven Problemen in der Cyber-Sicherheit und Compliance:

  • Datenschutz (DSGVO): Daten können auf Servern außerhalb der EU landen, was rechtliche Verstöße nach sich zieht.
  • Sicherheitslücken: Da die IT-Abteilung die Tools nicht kennt, werden keine Sicherheitsupdates oder Backups durchgeführt.
  • Compliance & Lizenzen: Unkontrollierte Installationen können zu teuren Unterlizensierungen oder Verstößen gegen interne Richtlinien führen.

Umgang mit dem Phänomen

Experten raten heutzutage davon ab, Schatten-IT rein restriktiv zu bekämpfen. Stattdessen wird empfohlen:

  • Transparenz schaffen: Analyse des Datenverkehrs (z.B. mit Microsoft Defender for Cloud Apps), um genutzte Tools zu identifizieren.
  • Angebote verbessern: Die IT-Abteilung muss agile Lösungen bereitstellen, um den Drang zur “Selbsthilfe” zu verringern.
  • Education: Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Gefahren unkontrollierter Software.
« Zurück zur Übersicht