Vendor-Lock-in (Anbieterabhängigkeit) bezeichnet eine Situation, in der ein Kunde so stark an die Produkte oder Dienstleistungen eines bestimmten Anbieters gebunden ist, dass ein Wechsel zu einem Wettbewerber nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand, erheblichen Kosten oder technischer Komplexität möglich wäre.
Hauptursachen und Mechanismen
- Proprietäre Technologien: Die Nutzung von Systemen oder Datenformaten, die nicht mit anderen Plattformen kompatibel sind.
- Hohe Wechselkosten: Kosten für neue Lizenzen, Umschulungen von Mitarbeitern oder die aufwendige Migration von Daten.
- Integration in Geschäftsprozesse: Wenn Software so tief in die täglichen Abläufe eines Unternehmens eingebettet ist, dass ein Austausch den Betrieb lahmlegen könnte.
- Vertragliche Bindungen: Lange Vertragslaufzeiten oder Kündigungsbarrieren.
Risiken für Kunden
- Preisdiktat: Der Anbieter kann Preise erhöhen, da der Kunde kaum Ausweichmöglichkeiten hat.
- Eingeschränkte Innovation: Der Kunde ist auf den Entwicklungszyklus und die Roadmap des Anbieters angewiesen.
- Geschäftsrisiko: Stellt der Anbieter den Support ein oder geht insolvent, ist die eigene Infrastruktur unmittelbar gefährdet.
Strategien zur Vermeidung
Um die digitale Souveränität zu wahren, setzen Unternehmen verstärkt auf:
- Open-Source-Lösungen: Nutzung von Software mit offenem Quellcode, um die Kontrolle über die Technologie zu behalten.
- Offene Standards: Einsatz von Schnittstellen (APIs) und Formaten, die herstellerübergreifend funktionieren.
- Multi-Cloud-Ansätze: Verteilung von Diensten auf verschiedene Cloud-Provider, um nicht von einer einzigen Plattform abhängig zu sein.
- Containerisierung (z.B. Docker oder Kubernetes): Anwendungen werden in Containern isoliert, was den Umzug zwischen verschiedenen Infrastrukturen massiv erleichtert.
